Turnfahrt 2017


Am Samstagmorgen um 6:30 Uhr versammelten sich 15 motivierte Turner und Turnerinnen zur diesjährigen Turnfahrt bei der Turnhalle. Die Müdigkeit war um diese Uhrzeit bei den Mitgliedern des STV Wegenstettens noch allgegenwärtig und so ist es nicht verwunderlich, dass einige mit der Zahnbürste in der Hand eintrafen. Andere wiederum stellten dagegen fest, dass ebenjene Zahnbürste Zuhause vergessen wurde.

In Gelterkinden parkte man die Autos und kaufte Zahnbürsten bevor man auf dem Gleis zwei weitere Mitglieder begrüsste und die erste Verpflegung zu sich nahm. Sich weiter verpflegend, reisten die Sportler und Sportlerinnen nach Olten, wo das letzte Mitglied zu der Gruppe stiess und von wo es mit dem Zug weiter nach Interlaken ging. Im Postauto erklommen die Wanderer die ersten Höhenmeter des Beatenberges und gelangten von Interlaken nach Waldegg. An der Haltestelle musste sich die Reiseleitung nun schon der ersten Herausforderung stellen: die Suche nach den Wegweisern. Als sie diese mit Bravour gemeistert hatten, machte sich der Trupp frohen Mutes auf Richtung Gipfel, wobei die Teilnehmer der Turnfahrt sich eigentlich gar nicht so sicher waren, welcher der umliegenden Gipfel der richtige sei. Bald darauf verstummten die Gespräche, denn eine Schonfrist wurde dem STV Wegenstetten nicht gegönnt, man stieg direkt in die erste Steigung ein. Nach einer Weile schoss wohl jedem die Frage durch den Kopf ob es auf diesem Weg jemals auch etwas anderes als bergauf geben würde und die Frage konnte für die ersten 500 Höhenmeter mit einem klaren Nein beantwortet werden. Es gab Momente, in welchen die Steigung etwas nachliess, gleichwohl ging es immer aufwärts. Bei der Diskussion, ob nun der zweite Teil angenehmer gewesen seie, schieden sich die Geister jedoch. Einerseits standen in diesem Teil nur 300 Höhenmeter an, andererseits war es ein ununterbrochenes auf und ab. Höhenmeter, welche die Wanderer in der Minute zuvor zurücklegten, verlor man in der drauf folgenden wieder. Dennoch kam jedes der Gruppenmitglieder in seinem eigenen Tempo auf dem Gipfel des Niederhorns an und durfte das beeindruckende Panorama geniessen. Bestens aufgelegt, denn nun konnte es nur noch abwärts gehen, lud man das überschüssige Gepäck ab und wanderte zur Feuerstelle. Den Anweisungen der Reiseleitung war Folge geleistet worden und so hatten alle eine, oder auch mehrere, Cervelats oder einen Landjäger dabei.

Gut gestärkt wanderte das Team des STVs weiter zur Mittelstation der Gondelbahn, wo man sich mit Helm und Trottinett ausstattete. Zur grossen Freude vieler Teammitglieder hatten die Trottinetts Gepäckträger, welche eine perfekte Sitzfläche boten. So trieb an diesem Nachmittag nicht eine Töffli- sondern eine Trottinettgang ihr Unwesen auf den Wegen und Strassen des Berges.

Ermüdet von dem anstrengenden Tag, liess man sich mit der Gondelbahn wieder in luftige Höhen tragen. Zurück in der Unterkunft setzte sich die Wandergemeinschaft auf die Terrasse, genoss die letzten Sonnenstrahlen und die Aussicht und trank dabei gemütlich ein Bier. Bald war es an der Zeit zu essen und wer glaubt, dass es dabei laut zu und her ging, hat sich gnadenlos getäuscht. Wie man den STV Wegenstetten allerdings so ruhigstellen konnte ist bis heute noch ungeklärt.

Am Sonntag startete der Tag um 8 Uhr mit einem üppigen Frühstück, wobei sich die Gäste an warmen Brötchen, Spiegeleiern, Speck und Vielem mehr satt essen konnten. Ausgezeichnet gestärkt wurde der Berg-OL mit seinen verschiedenen Stärkenklassen in Angriff genommen. Während die einen eher dem Weg folgen durften, mussten andere querfeldein über Stock und Stein. Nach einem mehr oder minder erfolgreichen Orientierungslauf, fanden sich alle Gruppen bei der Mittelstation der Gondelbahn ein. Nun durfte man sich entscheiden, wie man sich zur Talstation bewegen wollte: in der Luft, auf Rädern oder zu Fuss. Dabei wagte sich eine mutige Gruppe an den Abstieg zu Fuss. Schwierig war der Abstieg nicht, allerdings stand man unter enormen Zeitdruck, denn man wusste, man hatte weniger Zeit zur Verfügung als angegeben. Umso mehr staunten die Trottinett- und Gondelfahrer als der Wandertrupp nach nur 27 Minuten anstatt einer Stunde im Ziel eintraf. Alsbald wurde die Vermutung laut, dass diese Gruppe von einem Bauer aufgegabelt worden sei. Diese wurde jedoch vom Wanderteam als purer Neid quittiert.

Mit der Standseilbahn fuhr die wiedervereinte Reisegemeinschaft an den Thunersee hinab, wo man sich nur wenige Meter weiter auf ein Schiff begab. Nach einer entspannenden Fahrt über den See, gingen die Turner und Turnerinnen erst in Thun wieder von Bord. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt, traf man bei einem italienischen Restaurant ein, in jenem der STV Wegenstetten sofort die Mehrheit des Gartenbereiches in Beschlag nahm. Neben dem hervorragenden Essen, gab es auch viel zu lachen, nicht zuletzt aufgrund der Jugendlichen, welche vom gegenüber liegenden Dach in den Fluss sprangen oder die sonnige Lage des Daches genossen und ein Kaffeekränzchen hielten.

Anschliessend stand nun nur noch die Heimreise auf dem Programm und am Bahnhof Gelterkinden verabschiedete man sich für dieses Wochenende endgültig voneinander und nahm das letzte Stück Weg müde und etwas wehmütig mit den Privatautos in Angriff.

Zum Abschluss kann ich mich nun nur noch bei den beiden Organisatoren für die wundervolle, lustige und abwechslungsreiche Turnfahrt bedanken. Wir hatten alle sehr viel Spass und genossen die Zeit sehr. Vielen Dank!

Andrea J.

Weitere Impressionen findet ihr in der Galerie.



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